Nicht-Motorisierter Individualverkehr
Hollabrunn ist eine Radfahrgemeinde mit erheblichem Potential.
Radfahrer und Fußgänger sollen als wertvolle Verkehrsteilnehmer vorrangig behandelt werden
(Klimabündnisgemeinde). Sie werden nicht auf Verkehrsflächen reduziert, die beim MIV „abfallen“.
Vielmehr soll gerade im Bereich der schmalen Altstadtstraßen diese teilweise ausschließlich für den Fuß und Radverkehr zur Verfügung gestellt werden.
Durchgängige DIREKTE Radrouten verbinden die Wohnbereiche mit:
- Öffentlichen Einrichtungen (Schulen etc.)
- Bahnhof
- Geschäftszentren
- Hauptplatz
- Erholungsgebiete (Wald)
- Nachbargemeinden
Bei der Planung neuer Wohnzentren ist die sichere fuß- und radläufige Anbindung an o.a. Bereiche
gleich mit zu berücksichtigen.
Insbesondere die Verbindungen zu Schulen und Erholungszentren sind sicher zu gestalten, um
„Elterntaxis“ hintanzuhalten.
Radparkplätze (möglichste mit Rahmenanbindungsmöglichkeiten und teilweise mit Überdachung) finden
sich in ausreichender Menge an:
- Bahnhof
- Öffentliche Einrichtungen
- Hauptplatz & Geschäftszentren (vor jedem Geschäft sollten Radabstellmöglichkeiten geschaffen werden) – ev. auch unter Verwendung bestehender KFZ-Parkplätze, wenn andere Möglichkeiten nicht gegeben sind.
- Die Radabstellplätze insbesondere am Bahnhof sind in Zusammenarbeit mit der Polizei regelmäßig zu überwachen.
- Radzentrum (z.B. am Bahnhof) in Zusammenarbeit mit Wirtschaft und AMS mit Angebot von:
- Radservice
- Radverleih & Tourist-Info (statt Rathaus und Studentenheim)
- Radzustelldienst
Fußwege sind in ausreichender Breite und behindertengerecht auszugestalten.
Mobilitätsprogramme (für nicht-motorisierten und öffentlichen Verkehr) für Wirtschaftsbetriebe werden
im Rahmen der Wirtschaftsförderung unterstützt (siehe Punkt Wirtschaft)
Öffentlicher Verkehr:
Bahnhofsplatz
Insbesondere am Bahnhof – auf dessen Um- und Ausbau die Stadtgemeinde massiv drängen sollte –
soll für die zahlreichen PendlerInnen auch eine Einkaufsmöglichkeit „für den täglichen Bedarf“
geschaffen werden. Der Vorplatz soll so umgebaut werden, dass der Platz die modernen Anforderungen für PendlerInnen in Quantität und Qualität abdecken kann.
- Einbahnregelung am Platz
- Eine Zu- und eine Ausfahrt
- Minikreisverkehr statt heutiger Kreuzung
- überdachte Businsel
- wenige Kurzparkplätze für KFZ
- mehr Radabstellanlagen (auch versperrbare)
- Schliessfächer
- Mopedparkplatz
- elektronische Anzeigetafel für Buslinien
Bahnhof:
Bei einer Neugestaltung des Bahnhofes sind folgende Maßnahmen zu berücksichtigen:
- Rad- und fußläufige Durchgängigkeite zwischen Stadtzentrum, Bahnhof und neue Stadterweiterungsgebiete
- Ansiedelung eines Nahversorgungsbetriebes für PendlerInnen
- Radzentrale
- Radparkplätze
- Busbahnhof für die Anbindung der Umlandregion an die Schnellbahn (Taktverkehr). Ein regionales Öffentliches Verkehrskonzept von der Kleinregion "Land um Hollabrunn" liegt insbesondere auch im Interesse der Stadtgemeinde Hollabrunn, damit verbunden ist eine wettergeschützte Wartemöglichkeit für PendlerInnen zu schaffen.
- Behindertengerechter Zugang von beiden Seiten
- mehr Spätverbindungen nach und von Wien, Angleichung an die Versorgung von Stockerau
Innerstädtischer Öffentlicher Verkehr:
Ein innerstädtischer öffentlicher Busverkehr ist zu schaffen, der alle Wohn- und Gewerbegebiete mit
Zentrum und Bahnhof im Takt verbindet (auch Katastralgemeinden!). Dabei sind Fahrzeuge mit alternativem Antrieb (Pflanzenöl, elektrisch, Biogas) zu forcieren. In den Abend- und Nachtzeiten bietet das Anrufsammeltaxi eine Alternative zum eigenen PKW.
Querfinanzierung des öffentlichen Verkehrs durch Parkraumbewirtschaftung ist zu evaluieren.
Motorisierter Individualverkehr
Fließender Verkehr:
Der hohe Anteil des (hausgemachten) Ziel- und Quellverkehrs wird durch folgende Maßnahmen
reduziert: Ziel ist es, dass Haushalte in Hollabrunn mit max 1 PKW das Auslangen finden können, weil
ausreichend Alternativen zur Verfügung stehen. Damit werden die Haushalte auch finanziell entlastet.
- Im Bereich der bestehenden Umfahrung achtet die Gemeinde insbesondere darauf, die Belastung der AnrainerInnen durch Lärm und Abgase zu reduzieren (Lärmschutzwände, Grüngürtel)
- Die Ansiedlung von Betrieben, die massiven LKW-Verkehr verursachen, ist hintanzuhalten, da dadurch wieder neue innerstädtische Verkehrsprobleme geschaffen werden.
- Schaffung eines innerstädtischen öffentlichen Verkehrssystems
- Bei Gestaltung neuer Wohngebiete ist ebenfalls ein Verkehrskonzept zu planen, das rad- und fußläufige Erschließung, öffentliche Anbindung und die Möglichkeit eines Car-Sharing-Standortes mit einschließt.
- Verkehrsentlastung am Hauptplatz durch ein Einbahnsystem: Hauptplatz auf Zu- und Abfahrt beschränken.
- Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet außerhalb der Hauptverkehrsstraßen
Ruhender Verkehr:
Ein Parkplatzkonzept berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse und Steuerungsmöglichkeiten durch
faire Parkplatzkosten.
- kostengünstige Dauerparkplätze am Zentrumsrand für BewohnerInnen und Gewerbebetriebe im Zentrum
- kostenpflichtige Kurzparkzone im Zentrum bietet Platz für KundInnen.
- elektronisches Parkleitsystem im Zentrum






